Bestandbeschreibung

Bestand Weeke, Heinrich

Bestandsname

Weeke, Heinrich

 

Bestandskürzel

Weeke, Heinrich

 

Bestandsbildner

Heinrich Weeke, geboren am 8. August 1887 in Freisenbruch (heute zu Essen gehörend), war ein deutscher Bergarbeiter und Angestellter des Verbands der Bergarbeiter Deutschlands (Alter Verband). Er besuchte bis zum 14. Lebensjahr die Volksschule, begann dann eine Bäckerlehre, die er aus wirtschaftlichen Gründen aber abbrechen musste. Er wurde Bergmann und gehörte seit 1905 der sozialdemokratisch orientierten Bergarbeitergewerkschaft an.

Weeke durchlief in Essen als Gewerkschaftsfunktionär zahlreiche Stationen, angefangen vom Zeitungsboten. 1916 wurde er zum Leiter des zentralen Bildungsausschusses gewählt und gründete für diesen eine Bibliothek in Steele, die die bisherigen kleinen Bibliotheken von dreizehn Zahlstellen der Gewerkschaft vereinte. Weeke war während der Novemberrevolution 1918 Mitglied im Arbeiterrat von Steele und von 1918 bis 1920 in der Essener Stadtverordnetenversammlung.

1919 wurde er erster Bibliothekar der Zentralbibliothek des Alten Verbands in der Hauptverwaltung der Gewerkschaft in Bochum; aus diesem Amt wurde er 1933 entlassen.

 

Überlieferungsgeschichte

Der Bestand Heinrich Weeke ging zu einem unbekannten Zeitpunkt in das bei der Hauptverwaltung der Industriegewerkschaft Bergbau und Energie (IGBE) in Bochum existierende Archiv der Gewerkschaft ein. Zusammen mit dem gesamten Archiv der IGBE ging auch der Bestand Weeke bei Gründung des Archivs für soziale Bewegungen im Haus der Geschichte des Ruhrgebiets 1998 in dieses Archiv ein.

 

Inhalt

Der Bestand ist eine persönliche Sammlung ganz unterschiedlicher Dokumente. Er enthält einige wenige Flugblätter und Zeitungen aus der Revolutionszeit 1918/19, Bewerbungen Weekes, ein Verzeichnis von Angestellten des Alten Verbands vor 1933, Dokumente über den Prozeß Weekes gegen die Deutsche Arbeitsfront aufgrund seiner Kündigung und Niederschriften über Verhandlungen des Betriebsrats der Bochumer Zeche Prinz Regent aus der Nachkriegszeit. Auch wenn es sich um keinen geschlossenen Nachlass handelt und die Archivalien nur bruchstückhaft die Geschehnisse dokumentieren, sind die Unterlagen über die Revolutions- und Nachkriegszeit aufgrund der auch sonst ungünstigen Überlieferungssituation wichtig.

 

Gesamtlaufzeit

1918 – 1955 mit Lücken

 

Umfang

ursprünglich 16 Akteneinheiten

 

Sprache

Deutsch

 

Erschließungszustand

voll erschlossen

 

Ordnungsgrundsätze

nicht dokumentiert

 

Restaurierung

Mit Ausnahme der Mappen 3 und 5 wurde der Bestand im Mai 2017 gereinigt, umgebettet und nach dem Bückeburger Verfahren entsäuert.

 

Zugänglichkeit

Der Bestand ist frei zugänglich